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Hüftgelenkersatz

7 Experten-Empfehlungen zum Hüftgelenkersatz

Dr. Ingo Arnold, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, leitet das zertifizierte Endoprothetikzentrum (EPZ) im Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK). Für Gesundheit:Bremen hat er sieben hilfreiche Tipps rund um den Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks zusammengefasst.

Von Dorothee Weihe

Dr. Ingo Arnold
Dr. Ingo Arnold leitet das zertifizierte Endoprothetikzentrum im RKK.

1. Der ideale Zeitpunkt
Bewegungs-, Kräftigungstherapie sowie Schmerzmittel bringen keine Linderung mehr und der Teufelskreis aus Schmerz und Schonung macht Sie immer unbeweglicher? Dann wird es Zeit, an Gelenkersatz zu denken.

2. Optimale OP-Vorbereitung
Je besser Ihre körperliche Verfassung, desto geringer das Narkoserisiko. Je kräftiger die Muskulatur, desto besser funktioniert später Ihr neues Gelenk. Was Sie tun können: einen Monat vor der OP dreimal wöchentlich eine Stunde bewegen (zum Beispiel Rad fahren) und nicht rauchen. Diabetiker sollten einen HBH1-Wert unter 6,4 haben, um Infektionen zu vermeiden. Weil auch die Psyche das OP-Ergebnis beeinflussen kann, arbeiten wir im RKK im Team mit Schmerzexperten und Psychologen.

3. Risiken vermeiden
Umfangreiche Hygiene sollte im Krankenhaus selbstverständlich sein. Als erste Bremer Klinik testet das RKK seit 2012 alle Gelenkersatz-Patienten auf MRSA-Keime. Die sorgsame Planung des Eingriffs am Computer trägt ebenfalls dazu bei, Probleme zu vermeiden. Ein Röntgenbild ersetzt keine intensive Voruntersuchung. Ein Orthopäde muss den Patienten immer als Ganzes sehen.

4. Erfahrene Operateure
Ein zertifiziertes EPZ muss hohe Standards erfüllen, die streng geprüft werden: Dazu gehören erfahrene Ärzte mit nachgewiesener OP-Routine sowie strukturierte, verlässliche Abläufe von der Vorbereitung bis zur Reha. Das RKK ist ein Akutkrankenhaus, in dem Sie bei Gelenkproblemen, Not- und Unfällen rund um die Uhr behandelt werden können.

5. Das geeignete Implantat
… wird speziell für Sie ausgewählt – in besonderen Fällen sogar individuell gefertigt. Moderne Prothesen, beispielsweise aus Titan, haben geringen Abrieb, sind allergenarm und enthalten widerstandsfähiges, hoch vernetztes Polyethylen. Prothesen müssen auf dem neuesten Stand der Medizintechnik sein. Aber: Als Patient sind Sie kein Versuchskaninchen! Im RKK kommen nur Implantate zum Einsatz, deren Qualität und Nutzen bewiesen sind.

6. Das erste Jahr
Das früher gefürchtete Ausrenken der neuen Hüfte passiert dank muskelerhaltender Operationsmethoden und der passgenauen Gelenkposition nicht mehr. Wichtig ist, dass sich über die Blutbahn am Kunstgelenk keine Keime ausbreiten. Bei fiebrigen Infekten oder notwendigen Zahn- oder Parodontose-Behandlungen berichten Sie deshalb den Ärzten unbedingt von Ihrem neuen Gelenk.

7. Leben mit dem neuen Gelenk
Im Idealfall haben Sie Ihre neue Hüfte bald völlig vergessen. Studien zeigen, dass gute funktionelle Ergebnisse nicht allein von Alter, Geschlecht oder Gewicht abhängen, sondern auch von der positiven Einstellung und den Erwartungen der Patienten. Sport dürfen und sollen Sie weiterhin machen. Gelenkbelastende Sportarten (Stöße) verschleißen die Prothese jedoch schneller. Trotzdem: Auch Skifahren ist für Geübte mit einem künstlichen Gelenk möglich – es muss ja nicht gleich die schwarze Piste sein.

Kontakt

Dr. Ingo Arnold Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie / Leiter des zertifizierten EPZ
0421-55 99-501
arnold.i@roteskreuzkrankenhaus.de

Rotes Kreuz Krankenhaus

St.-Pauli-Deich 24

28199 Bremen www.roteskreuzkrankenhaus.de

Gesundheit : Bremen 23

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