Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Darmkrebs Vorbeugen

Früherkennung rettet Leben

Lange galt Darmkrebs als Krankheit der Älteren. Aktuellen Studien zufolge steigt derzeit die Zahl bei Jüngeren. Wie dies einzuordnen ist und wie wichtig die gesetzliche, von den Krankenkassen bezahlte Früherkennung ist, erläutert Darmkrebs-Experte PD Dr. Christian Pox vom St. Joseph-Stift.

Silvia Rievers

Laut Dr. Christian Pox wird die Vorsorgeuntersuchung dank Beruhigungsmittel meist nicht als unangenehm empfunden.

In den USA sind inzwischen etwa 20 Prozent aller Darmkrebspatient:innen unter 50 Jahre alt. Auch in Deutschland steigt diese Zahl – aber weniger deutlich als in den USA. »Die Ursachen sind noch nicht abschließend geklärt, vermutet werden jedoch Lebensstilveränderungen wie beispielsweise vermehrte Adipositas und Bewegungsmangel«, so der Chefarzt der Medizinischen Klinik des St. Joseph-Stift, PD Dr. Christian Pox, bundesweit gefragter Experte für Darmkrebs und Mitautor der gerade aktualisierten S3-Leitlinie ›Kolorektales Karzinom‹ (siehe Artikel ›Chancen auf Heilung‹).

Trotz der steigenden Zahlen bei Jüngeren sehen Expert:innen wie Dr. Pox derzeit keinen Anlass, das Screening-Alter abzusenken. Begründung: Ein Großteil des Anstiegs bei jüngeren Menschen entfalle auf Formen mit vergleichsweise guter Prognose. Hier könne mehr Aufklärungsarbeit zu Lebensstil und Ernährung helfen. »Ein viel größerer Effekt könnte erreicht werden, wenn die Teilnahmerate an der gesetzlichen Krebsfrüherkennung bei den Berechtigten von 50 Jahren und älter gesteigert werden würde«, erklärt Pox. Die konsequente Nutzung der Früherkennungsprogramme ist aus Sicht des Chefarztes extrem wichtig, um schwerwiegende Darmkrebserkrankungen, die eher ab einem Alter von 50 Jahren auftreten, rechtzeitig zu erkennen und die Heilungschancen zu verbessern.

Darmspiegelung oder Stuhltest? Darmkrebs entsteht meist aus Wucherungen der Darmwand, die in den Darm hineinragen. Manche dieser Darmpolypen entwickeln sich über die Jahre bösartig und werden damit lebensbedrohlich. Sie können Blut in den Stuhl absondern, das für das bloße Auge meist nicht sichtbar ist. Ein immunologischer Stuhltest hilft, dieses sogenannte okkulte Blut nachzuweisen. Auf ein positives Ergebnis folgt dann eine Darmspiegelung zur weiteren Abklärung. »Sie ist die eigentliche Vorsorgeuntersuchung, denn sie hat den Vorteil, nicht nur Tumoren, sondern auch Vorstufen wie Polypen und Adenome zu erkennen. Durch das direkte Abtragen dieser Krebsvorstufen können wir die Entstehung von Darmkrebs sogar verhindern«, betont Dr. Pox. »Für Menschen, die eine Darmspiegelung nicht wollen oder bei denen diese schwierig durchzuführen ist, hat der Stuhltest natürlich weiterhin seine Berechtigung in der Früherkennung.«

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Darmkrebs-Früherkennung

In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Früherkennung von Darmkrebs ab 50 Jahren. Frauen und Männer können sich zwischen einem 2-jährlichen Stuhltest oder einer Darmspiegelung (2-mal im 10-Jahres-Abstand) entscheiden. Laut aktueller Studie des Deutschen Darmkrebsforschungszentrums kann Früherkennung die Zahl der Krebserkrankungen deutlich senken. Darmkrebs ist dadurch effektiv vermeidbar.

Quelle Illustration:
www.krebsinformationsdienst.de/darmkrebs/risikofaktoren

Kontakt

PD Dr. Christian Pox
Chefarzt der Medizinischen Klinik und Leiter des Darmkrebszentrums
0421 347-1102
sekretariatinnere@sjs-bremen.de

Krankenhaus St. Joseph-Stift
Schwachhauser Heerstraße 54
28209 Bremen
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