Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Knie-Teilprothese


Harmonischer Abgang für den Knieschmerz

Weinhändler Tim Kalbhenn führt sein Geschäft mit Schwung und guter Laune. Als das Knie streikt, hilft ihm eine Schlittenprothese, eingesetzt im Rotes Kreuz Krankenhaus, in nur sechs Wochen in den Sport zurück.

Dorothee Weihe

Tim Kalbhenn ist dank des schonenden Eingriffs im Endoprothetikzentrum des RKK wieder voll und ganz für seine Kund:innen da.
1. Schlittenprothese
2. kompletter Oberflächenersatz
3. Ersatz des Kniescheibengelenks

1 und 2 gebeugtes Knie, 3 gestrecktes Knie

Wer die Weinhandlung Kalbhenn in Bremen betritt, trifft selten auf Stille. Tim Kalbhenn, 57, kennt seine Kundschaft beim Vornamen. In dritter Generation führt er das Geschäft für Wein und Spirituosen seines Großvaters Julius Kalbhenn. Sportlich war er immer unterwegs: Halbmarathon, Marathon, Tennis, Skifahren. Bis das rechte Knie zunehmend Ärger machte. »Irgendwann tat jeder Schritt weh«, erzählt er. Durch die Schonhaltung beim Gehen kamen Rückenschmerzen dazu. Die Diagnose: Arthrose, aber nur auf der Innenseite des Kniegelenks – ein Fall für den ›kleinen Gelenkersatz‹.

»Ist nur eine Seite des Kniegelenks abgenutzt und die Gegenseite samt Seitenbändern intakt, setzen wir nur eine Teilprothese ein«, erklärt Dr. Ingo Arnold, Chefarzt der Orthopädie und Leiter des Endoprothetikzentrums des Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK). Der Vorteil gegenüber der Vollprothese: Muskeln, Sehnen und das vordere Kreuzband bleiben erhalten – weniger Komplikationen, schnellere Genesung.

Vier Tage verbrachte Kalbhenn im RKK. In Erinnerung geblieben ist ihm vor allem die Atmosphäre: »Alle waren unglaublich freundlich.« Auch das Vorgespräch mit dem Anästhesisten sorgte für Lacher – als der von Kalbhenns Weinhandel erfuhr, scherzte er über die ›richtige Narkose‹. »Das nimmt einem die Anspannung«, sagt Kalbhenn. Ob Vollnarkose oder Regionalanästhesie – dies wird gemeinsam mit den Patient:innen geplant. Schmerzspezialist:innen sorgen mit individuell dosierbarem Katheter oder lokaler Betäubung – einer schonenden Alternative zu Opioiden – für Schmerzfreiheit.

Nach vier Wochen ambulanter Reha war Kalbhenn erstaunt, wie schnell die Kraft zurückkehrte. Der schonende Eingriff erlaubt bereits nach sechs Wochen ein eigenes Sportprogramm, zunächst Ausdauer- und Stabilitätstraining. Rund 90 Prozent der Patient:innen mit Schlittenprothese kehren so relativ schnell zu ihrem sportlichen Alltag zurück.

Dr. Ingo Arnold, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Nur rund 12,6 Prozent der in Deutschland eingesetzten Knieprothesen sind Schlittenprothesen – die OP erfordert viel Erfahrung. Das verwendete System ahmt den natürlichen Gleitvorgang des Knies nach und schont so die Sehnen am vorderen Oberschenkelmuskel. Im RKK eingesetzte Prothesen halten mehr als doppelt so lange wie im Bundesdurchschnitt.

Heute steht Tim Kalbhenn wieder regelmäßig auf dem Tennisplatz, dem nächsten Skiurlaub steht nichts im Wege. Erzählt er von seinem neuen Knie, klingt das nicht nach Krankengeschichte – sondern nach einer weiteren positiven Anekdote, vorgetragen mit demselben Lachen wie eh und je.

Kontakt

Dr. Ingo Arnold
Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
0421 5599-501
arnold.i@roteskreuzkrankenhaus.de

Rotes Kreuz Krankenhaus
St.-Pauli-Deich 24
28199 Bremen
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