Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Endoprothetikzentrum


»Spezialisierung bedeutet vor allem Sicherheit«

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des DIAKO gehörte zu den ersten in ganz Deutschland, die den Titel Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung tragen durften. Chefarzt Professor Dr. Michael Bohnsack erläutert im Interview, wie sich das Zentrum seit 2008 medizinisch weiterentwickelt hat.

Interview: Nastasja-Klara Nadolska

Digitale Technologien, gepaart mit innovativen Materialien, ermöglichen heute schonende Eingriffe, schnellere Genesung der Patient:innen und Langlebigkeit der Prothesen.

Gesundheit Bremen: Als das DIAKO im Jahr 2012 als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert wurde, war es die erste Einrichtung in Bremen mit dieser Auszeichnung. Wie kam es dazu?
Professor Dr. Michael Bohnsack: Die Idee der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie war es, durch strengere Auflagen, höhere Fallzahlen und geregelte Abläufe in den Endoprothetikzentren die Behandlungsqualität in der Endoprothetik zu verbessern. Wir waren damals in der ersten Zertifizierungsrunde dabei und wurden als eines der ersten Zentren in Deutschland zertifiziert. Insgesamt mussten rund 120 verschiedene Punkte erfüllt werden. Das konnten wir und es brachte uns dazu, uns zu einem Kompetenzzentrum zu entwickeln, das auch schwierigere Fälle und komplexe Wechseloperationen behandelt.

Wenn Sie auf die vergangenen 14 Jahre zurückblicken, welche Entwicklungsschritte in der Endoprothetik gab es seitdem?
Zunächst hat die Veredelung des Kunststoffs in den Implantaten die Behandlung beeinflusst. Durch weniger Abrieb sind die Prothesen viel langlebiger geworden. Bei Hüften sind wir inzwischen bei 25 bis 30 Jahren Lebenszeit, bei Kniegelenken geht es in Richtung 20 Jahre. Seit einiger Zeit erleben wir einen kompletten Modernisierungsschub: CT- oder MRT-Daten ermöglichen inzwischen maßgeschneiderte, anatomisch passgenaue Prothesen. Robotik, digitale Navigation und 3D-Technologien wie Virtual Reality steigern unsere chirurgische Präzision. Endoprothetik ist inzwischen viel mehr als Implantatchirurgie, sie ist ein datengestützter, hochdigitalisierter Prozess, der uns medizinisch neue Möglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig erlauben optimierte Schmerztherapien, schonende Zugänge und standardisierte Abläufe für die Patientinnen und Patienten eine viel schnellere Mobilisation nach der Operation. Viele Eingriffe werden zunehmend kürzer stationär oder sogar ambulant geplant.

Was bedeutet ein Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung für die Patientinnen und Patienten – insbesondere bei der Frage, ob eine Gelenkoperation überhaupt notwendig und sinnvoll ist?
Für die Patientinnen und Patienten bedeutet unsere Spezialisierung vor allem Sicherheit. Wir schauen nicht nur auf das Röntgenbild, sondern machen eine fundierte Diagnostik, um zu prüfen, ob eine mögliche Gelenkoperation tatsächlich die Ursache der Beschwerden behandelt oder alternative Therapien infrage kommen. Durch unseren Erfahrungsschatz sind wir dabei heute deutlich kritischer.

Sie sind bereits seit 2008 Chefarzt im DIAKO. Worauf sind sie besonders stolz?
Ich freue mich sehr, dass sich unser Endoprothetikzentrum kontinuierlich so hervorragend weiterentwickelt hat und wir heute mehr als 2.000 Endoprothetik-Operationen pro Jahr durchführen. Patientinnen und Patienten aus Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein kommen zu uns – das zeigt das Vertrauen in unsere Qualität. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir unsere Kompetenzen weiter ausbauen und unser Team mitwächst. Das ist in Zeiten von Personalknappheit eine Herausforderung.

Kontakt

Professor Dr. Michael Bohnsack
Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
0421 6102-1501
orthopaedie@diako-bremen.de

DIAKO Krankenhaus Bremen
Gröpelinger Heerstraße 406–408
28239 Bremen
0421 6102-0
info@diako-bremen.de
diako-bremen.de
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