Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Endometriose

Wenn Gewebe am falschen Ort wächst

Jahrelang hält Mariana E. * ihre starken Schmerzen für besonders heftige Regelschmerzen. Erst als die Beschwerden andauern und ihren Alltag bestimmen, erhält die damals 34-Jährige im DIAKO die Diagnose: Endometriose.

Nastasja-Klara Nadolska

Etwa 1,2 Millionen Frauen in Deutschland sind laut Schätzungen von Endometriose betroffen. Die Erkrankung tritt vorwiegend im menstruationsfähigen Alter auf. Wodurch sie entsteht, ist bis heute nicht vollständig geklärt.
Dr. Karen Petersen, Chefärztin der ­ Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

»Ich dachte lange, ich sei einfach empfindlicher als andere Frauen«, erzählt Mariana E. Bereits während der ersten Jahre ihrer Menstruation hat sie häufig starke Unterbauchschmerzen. Dann treten diese zunehmend auch außerhalb der Periode auf. »Ich hatte das Gefühl, mein ganzer Bauch verkrampft. Das war wirklich schlimm«, beschreibt sie. Hinzu kommen Rückenschmerzen, Erschöpfung und häufig auch Übelkeit. Trotzdem denkt sie nie daran, dass es sich um etwas anderes als Regelschmerzen handeln könnte, auch die Untersuchungen beim Hausarzt bleiben ergebnislos.

»Ich habe an mir selbst gezweifelt, dass ich mich vielleicht zu sehr auf die Schmerzen konzentriere«, so die Bremerin. Erst als die Beschwerden anfangen, ihren Lebens- und Arbeitsalltag komplett zu bestimmen, sucht sie eine gynäkologische Praxis auf. »Manchmal musste ich mich bei der Arbeit krankmelden, weil einfach nichts mehr ging«, erinnert sich Mariana E. Es entsteht ein erster Verdacht, dass es sich um Endometriose handeln könnte. Die Patientin erhält eine Überweisung ins DIAKO zur weiteren Abklärung. Eine Bauchspiegelung bestätigt die Diagnose. »Wir haben bei der Patientin Gewebe im Bauchraum gefunden, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt«, erklärt Dr. Karen Petersen, Chefärztin der Frauenklinik. »Es reagiert auf die weiblichen Hormone und damit auf den monatlichen Zyklus. Die Folge sind meist sehr schmerzhafte Entzündungen. Im weiteren Verlauf entstehen Narben und Verwachsungen, die Organe beeinträchtigen und die Fruchtbarkeit beeinflussen können.«

Für Mariana E. ist die Diagnose zunächst ein Schock, gleichzeitig aber auch eine echte Erleichterung: »Endlich wusste ich, dass ich mir die Schmerzen nicht eingebildet habe.« In der Endometriose-Sprechstunde erläutert die erfahrene Gynäkologin der Patientin, welche Behandlung in ihrem Fall die beste ist: »Neben einem minimalinvasiven Eingriff, bei dem die sichtbaren Endometriose-Herde möglichst vollständig entfernt werden, kommen Medikamente zum Einsatz, die den Hormonzyklus beeinflussen.« Die Therapie-Empfehlung ist bei jeder Patientin eine andere. Sie hängt vom Befund und dem Ausmaß der Beschwerden, von der persönlichen Lebenssituation und auch einem möglicherweise bestehenden Kinderwunsch ab. »Eine Operation wie hier ist nicht zwangsläufig der erste Schritt«, betont Dr. Petersen. »Ziel der Therapie ist es, Beschwerden zu lindern, die Erkrankung langfristig zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern.«

Mariana E. ist seit zwei Monaten zurück an ihrem Arbeitsplatz. »Ich bin heilfroh, dass ich wirklich ernst genommen wurde«, berichtet sie. »Ich habe neben der Behandlung im DIAKO viel Wissen an die Hand bekommen, wie ich mit meiner Erkrankung im Alltag umgehen kann.«

* Name ist der Redaktion bekannt.

Kontakt

Dr. Karen Petersen
Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
0421 6102-1201
frauenklinik@diako-bremen.de

DIAKO Krankenhaus Bremen
Gröpelinger Heerstraße 406–408
28239 Bremen
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