Brustkrebs
Gute Heilungschancen durch enge Begleitung
Rechtzeitig erkannt und leitliniengerecht behandelt, sind die meisten Brustkrebs-Erkrankungen inzwischen heilbar. Eine zentrale Rolle spielt dabei die umfassende Begleitung der Betroffenen. Im 2004 gegründeten und zertifizierten Brustzentrum des St. Joseph-Stift arbeiten dafür verschiedene Fachbereiche eng zusammen.

Kurze Wege im Joseph-Quartier
Je nach Befund, Therapiebedarf und persönlichen Voraussetzungen können bei Brustkrebs unterschiedliche Behandlungsschritte erforderlich sein – jeder Fall ist individuell. Am Standort des St. Joseph-Stift profitieren die Patientinnen während der gesamten Behandlung von der erfolgreichen Verzahnung ambulanter und stationärer Versorgungsstrukturen. Ab der ersten Untersuchung bis zur Nachsorge greifen hier Diagnostik, Beratung und Therapie ineinander. In den vier Ärztehäusern des Joseph-Quartiers finden sich neben niedergelassenen Frauenärzt:innen auch das Mammographie Screening Bremen-Stadt, die Hämato-Onkologische Praxis im Medicum und die Strahlentherapie Nord.
1. Radiologie und Diagnostik
Die Radiologie ist bei Brustkrebsverdacht der erste wichtige Baustein. Mit 3D- und/oder Kontrastmittel-Mammografie, Kernspintomografie und Ultraschall können Veränderungen der Brust genau erkannt und eingeordnet werden. Hier klärt sich, welches Ausmaß die Zellveränderung hat und wo es eventuell weitere Herde gibt. Um festzustellen, ob sich bereits Metastasen gebildet haben, können im Verdachtsfall auch weitere Körperbereiche einbezogen werden (Staging-Untersuchung). Aus diesen und den Ergebnissen der klinischen Untersuchung und einer Gewebeprobeentnahme entsteht die Diagnose und damit die Grundlage für eine individuelle Behandlungsstrategie.
2. Pathologie
Bei der pathologischen Gewebeprüfung wird untersucht, um welche Art von Zellveränderung es sich handelt und welche Eigenschaften der Tumor aufweist. Diese Ergebnisse sind entscheidend für die weitere Therapieplanung. Hier arbeitet das Brustzentrum seit Februar 2026 mit dem Institut für Hämatopathologie Hamburg zusammen.
3. Tumorkonferenz
Da jeder Brustkrebsbefund individuell betrachtet werden muss, beraten Fachärzt:innen aus den Bereichen gynäkologische Onkologie, Radiologie, Pathologie, Strahlentherapie und Humangenetik sowie onkologische Fachpflegekräfte in einer interdisziplinären Tumorkonferenz gemeinsam über jeden einzelnen Fall. Dabei werden auch die psychische Verfassung und die Lebenssituation der Betroffenen berücksichtigt. Auf dieser Grundlage entsteht die individuelle Therapieempfehlung.
4. Sprechstunde
Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt erklärt der Patientin in der Sprechstunde auf verständliche Weise die vorliegenden Untersuchungsergebnisse, die Therapieempfehlung sowie die nächsten Schritte. Fragen, Sorgen und individuelle Anliegen der Patientin haben hier Raum. Hinzugezogen wird hier außerdem die Breast Care Nurse (onkologische Fachpflegekraft), die die Patientin auch im weiteren Verlauf begleitet.
5. Operation
Ist ein operativer Eingriff notwendig, so wird dies ausführlich mit der Patientin besprochen. Ziel ist hier, den Brusttumor vollständig zu entfernen (nicht unbedingt die ganze Brust) – und zwar so schonend und kosmetisch ansprechend wie möglich. Welche Operation infrage kommt, ist für jede Patientin unterschiedlich.
6. Stationärer Aufenthalt
Nach einer Operation bleibt die Patientin meist vier bis sieben Tage auf der Station. Es erfolgt eine umfassende medizinische Nachbetreuung. Neben physiotherapeutischer Unterstützung bereiten Informationsgespräche mit dem Sozialdienst auf die Entlassung nach Hause vor. Sie bieten Raum für Fragen zur Erkrankung, Therapie sowie zu organisatorischen Aspekten.
7. Medikamentöse Therapie
Teil des Therapieplans kann je nach Art der Erkrankung auch eine medikamentöse Behandlung sein. Dazu gehören zum Beispiel eine antihormonelle Therapie, eine Chemotherapie oder andere zielgerichtete Medikationen. Welche Form der Therapie sinnvoll ist, richtet sich nach den Eigenschaften des Tumors und der gesundheitlichen Gesamtsituation der Patientin. Die weitere medikamentöse Behandlung wird vom Brustzentrum meist an eine niedergelassene gynäkologische Praxis übertragen
8. Strahlentherapie
Eine Bestrahlung wird in bestimmten Fällen als wichtiger Therapiebaustein empfohlen, um das Rückfallrisiko zu senken. Eine verständliche Aufklärung über Ablauf, Nutzen und mögliche Begleiterscheinungen hilft der Patientin dabei, Unsicherheiten abzubauen. Ob eine Bestrahlung auch bei einem Wiederauftreten infrage kommt, wird auf der Basis einer sorgfältigen Analyse der bisherigen Krankheitsgeschichte geklärt.
9. Plastische Chirurgie
Wenn durch die Behandlung sichtbare Veränderungen an der Brust entstehen oder eine Brustentfernung notwendig ist, wird im St. Joseph-Stift frühzeitig die Kompetenz der Klinik für plastische Chirurgie hinzugezogen. In manchen Fällen sind die Kolleg:innen der plastischen Chirurgie bereits bei der Tumoroperation beteiligt, sodass im selben Eingriff direkt mit dem Wiederaufbau begonnen werden kann.
10. Nachsorge
Nach Abschluss der Akutbehandlung ist eine enge Begleitung der Patientin medizinisch wie psychologisch von großer Bedeutung für den Heilungserfolg. Die Nachsorge findet meist in vertrauter Umgebung in der niedergelassenen gynäkologischen Praxis statt. Angebote der Bremer Krebsgesellschaft helfen, besser mit körperlichen und seelischen Belastungen umzugehen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.
Kontakt
Dipl.-med. Andreas Denk
Oberarzt der Frauenklinik und Leiter des Brustzentrums
0421 347-1358
brustzentrum@sjs-bremen.de
Krankenhaus St. Joseph-Stift
Schwachhauser Heerstraße 54
28209 Bremen
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