Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Brustkrebs

»In den meisten Fällen gibt es heute eine gute Prognose.«

Heutzutage gelten die meisten Brustkrebserkrankungen als chronisch. Wie hier die klinische Begleitung aktuell aussieht, erläutert Ali Ebriba, Leitender Oberarzt und Sektionsleiter des Brustzentrums in der Frauenklinik des DIAKO im Interview.

Interview: Regina Bukowski

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Ali Ebriba im Gespräch mit einer Patientin

Gesundheit Bremen: Eine Krebsdiagnose ist sehr angstbesetzt. Wie ist dies bei einer Diagnose Brustkrebs einzuschätzen?
Ali Ebriba: Brustkrebs ist eine ernste Erkrankung, das steht außer Frage. Wir behandeln im DIAKO rund 500 Patientinnen im Jahr. Es gibt aggressive Tumorarten, bei denen wir besonders aufmerksam sein müssen. Bei der großen Mehrheit der Patientinnen bestehen jedoch sehr gute Chancen auf Heilung oder eine langfristige Kontrolle der Erkrankung. Wir unterscheiden in der Senologie, also der Behandlung von Erkrankungen der weiblichen Brust, grundsätzlich zwischen Therapien mit dem Ziel der Heilung und Behandlungen, die die Erkrankung langfristig eindämmen sollen. Ob eine OP, Chemo-, Antihormon- oder Strahlentherapie infrage kommt, ist fallabhängig. Häufig werden mehrere Verfahren miteinander kombiniert. Die moderne Brustkrebstherapie ist heute sehr differenziert.

Wie sieht die Begleitung bei einer Erstdiagnose konkret aus?
Im Jahr 2025 haben wir rund 140 Patientinnen mit einer erstmaligen Brustkrebserkrankung betreut. In der Brust-Sprechstunde nehmen wir uns viel Zeit und erklären verständlich die nächsten Schritte. In einer Tumorkonferenz planen wir dann die Therapie gemeinsam mit allen beteiligten Fachrichtungen. Wir arbeiten eng mit der Strahlentherapie und der plastischen Chirurgie zusammen. So können wir brusterhaltende Operationen genauso realisieren wie eine vollständige Entfernung der Brust mit der Möglichkeit eines direkten Wiederaufbaus. Die persönliche Begleitung ist uns sehr wichtig. Unser Team aus dem Sozialdienst sowie die Breast Care Nurses unterstützen die Patientinnen psychosozial.

Warum spielt die langfristige Nachsorge eine so große Rolle?
Brustkrebs benötigt in den meisten Fällen eine langfristige Aufmerksamkeit, da es vorkommen kann, dass die Krankheit erneut auftritt. Dies betrifft etwa fünf von 100 Patientinnen. Die Nachsorge ist daher sehr wichtig. Jede Patientin erhält einen auf ihre persönliche Situation zugeschnittenen Kontrollplan, der von der Gynäkologie, Hämatologie, Radiologie und Strahlentherapie gemeinsam erarbeitet wird.

Was möchten Sie Patient:innen sagen, die gerade eine Diagnose erhalten haben?
Das Wichtigste ist, nicht zu verzweifeln. Wenden Sie sich an ein zertifiziertes Brustzentrum. Dort wird in Ruhe geklärt, welche Behandlung passend ist. In den meisten Fällen gibt es heute eine gute Prognose.

Kontakt

Ali Ebriba
Leitender Oberarzt und Sektionsleiter des Brustzentrums in der Frauenklinik des DIAKO
0421 6102-4000
oder -1201
a.ebriba@diako-bremen.de

DIAKO Krankenhaus Bremen
Gröpelinger Heerstraße 406–408
28239 Bremen
0421 6102-0
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