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Krebstherapie

Wege zur neuen Brust nach der Krebstherapie

Für einen Brustaufbau nach der Krebstherapie können Patientinnen aus mehreren Optionen wählen. Den betroffenen Frauen geht es um mehr als nur die Ästhetik, weiß Dr. Karen Wimmer im Brustzentrum des DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus.

Von Ingo Hartel

Neue Brust nach Krebstherapie
Die Lebensqualität der Patientinnen steht im Vordergrund: Chefärztin Dr. Karen Wimmer und ihr Team führen im DIAKO-Brustzentrum brusterhaltende sowie ästhetische Eingriffe nach Amputationen durch.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und entsteht in der Brustdrüse. »Bei rund zwei Drittel aller Patientinnen ist es heutzutage möglich, die erkrankte Brust zu erhalten«, sagt Chefärztin Dr. Karen Wimmer. Wenn irgend möglich, führen auch Wimmer und ihr Team im seit 2004 zertifizierten Brustzentrum der DIAKO-Frauenklinik brusterhaltende Eingriffe durch. Doch rund einem Drittel der Patientinnen stehe dieser Weg nicht offen: »Ist wegen der Ausdehnung des Tumors eine Abnahme der Brust medizinisch geboten, helfen verschiedene Operationstechniken nach einer Amputation, die Brust wieder neu aufzubauen und so das Körperbild wiederherzustellen«, erläutert die Gynäkologin. Für den Brustaufbau verwenden sie und ihr Team entweder körpereigenes Gewebe oder schonende Implantate. »In allen möglichen Varianten der Brustrekonstruktion nach Krebsbehandlungen geht es hauptsächlich um die Lebensqualität der Patientinnen und um das Gefühl der körperlichen Integrität«, betont die Chirurgin den Stellenwert der ästhetischen Eingriffe.

Silikon oder Eigengewebe?

Wie eine Brust rekonstruiert wird, hängt von dem Tumor und den Voraussetzungen der Brust ab. Bei kleineren Tumoren kann die Brust oft erhalten bleiben. Wenn der Tumor dafür jedoch im Verhältnis zur Brust zu groß ist, wird das Drüsengewebe unter der Haut komplett entfernt. Die Brust können die Chirurgen entweder mit einem Implantatkissen oder körpereigenem Gewebe aus dem Rückenbereich oder der Unterbauchregion ersetzen.

Wenn es medizinisch nicht ratsam ist, auf körpereigenes Gewebe zurückzugreifen, nutzt die DIAKO-Frauenklinik eine neue, schonende Form der Prothetik. »Wir können bei der Entfernung des befallenen Gewebes den gesamten Hautmantel der Brust und somit deren Form erhalten«, erläutert Dr. Wimmer das Verfahren. Anschließend wird eine Silikonprothese auf oder unter den Muskel gelegt und darüber ein extrem leichtes titanisiertes Netz aufgebracht, das die Prothese stützt und sich schützend mit der Haut verbindet.

»Wenn die Brustwarze bei der Operation entfernt werden muss, besteht die Möglichkeit, sie zu rekonstruieren und der Brust ihr ›Gesicht‹ zurückzugeben«, so Wimmer. Seit April verfügt die Frauenklinik über ein Gerät zur Färbung der Brustwarzenhaut (sogenannte Mamillenpigmentierung). Die Pigmentierung wird ausschließlich mit medizinischen Farben durchgeführt, die streng geprüft werden und frei von Schwermetallen sind. Mittels spezieller Nadel-Modulsysteme werden die Farbpigmente schonend und nahezu schmerzfrei in die mittlere Hautschicht ›tätowiert‹. »In der Regel bevorzuge ich dabei eine Behandlung unter Narkose, weil ich dann gleichzeitig die Form der Brustwarze wiederherstellen kann«, fügt Wimmer an. Bei großen und normalen Brustwarzen kann in ausgewählten Fällen ein Teil der gesunden Warze auf die rekonstruierte Brust verpflanzt werden (Nipple sharing).

Kontakt

Dr. Karen Wimmer
Chefärztin der Frauenklinik
0421-6102-1201
frauenklinik@diako-bremen.de

DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus
Gröpelinger Heerstraße 406–408
28239 Bremen
www.diako-bremen.de

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