Freie Kliniken Bremen — Vierfach umsorgt

Künstliche Linsen

»Am Folgetag wieder klare Sicht«

Kleiner Eingriff mit großer Wirkung: Bei grauem Star können künstliche Linsen die Sehfähigkeit wiederherstellen. Dr. Andreas Mohr setzt auf individuelle Linsenberatung.

Von Anja Maria Ladewig

Klare Sicht
Mit Kunststofflinse gegen den grauen Star: Dr. Andreas Mohr sorgt für Durchblick.

Gesundheit:Bremen: Der graue Star ist die häufigste Ursache für die Erblindung des menschlichen Auges. Vor allem Ältere sind betroffen: Die Sehkraft lässt nach, Farben werden weniger intensiv wahrgenommen, die Blendungsempfindlichkeit nimmt zu. Wann sollten Betroffene einen Augenarzt aufsuchen?
Dr. Mohr: Der graue Star ist eine nahezu natürliche Alterung der Linse. Die Trübung einer oder beider Augenlinsen setzt meist ab dem 60. Lebensjahr ein und kann sich ganz unterschiedlich entwickeln. Gefährlich ist sie nicht, führt aber zur Verschlechterung der Sehkraft und Einschränkung der Lebensqualität. So erhöht sich die Sturzgefahr, zum Beispiel beim Treppensteigen, erheblich. Wurde ein grauer Star diagnostiziert, besprechen wir mit dem Patienten individuell das weitere Vorgehen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Tropfen oder Laserbehandlungen helfen bei grauem Star nicht. Die einzige Therapie ist eine Operation – die aber nicht in jedem Fall sofort notwendig wird. Auf grauen Star spezialisiert beraten wir unsere Patienten ausführlich, wann der richtige Zeitpunkt ist. Wir klären über Risiken auf und darüber, welche Ergebnisse erzielt werden können.

Wie verläuft so eine Operation?
Der Eingriff ist komplikationsarm und dauert keine halbe Stunde. Nach einer lokalen Tropfanästhesie wird die natürliche Linse aus dem Kapselsack gelöst und mit einer speziellen Ultraschallmethode aufgelöst und abgesaugt. Danach wird eine neue, künstliche Intraokularlinse eingesetzt. Bereits nach der Verbandsabnahme am Folgetag hat der Patient wieder klare Sicht. Die OP erfolgt in unserer Augenambulanz, ist aber auch stationär möglich.

Die Kunststofflinse übernimmt die Funktion der natürlichen Linse. Gibt es verschiedene Linsentypen?
Im Klinikum können wir bei der Behandlung des grauen Stars gleich beide Augen operieren. Begleiterkrankungen wie eine altersbedingte Makuladegeneration können während des Eingriffs mitkorrigiert werden. Hier kann der Einsatz von Teleskoplinsen die Lesefähigkeit deutlich verbessern. Liegt eine Hornhautkrümmung vor, kommen sogenannte torische Linsen zum Einsatz. Ist eine weitgehende Brillenfreiheit im Nah- und im Fernbereich gewünscht, eignen sich Multifokallinsen. So unterschiedlich wie die Augen der Patienten sind eben auch die individuellen Behandlungsmöglichkeiten.

Kurz & knapp

Grauer Star

Der graue Star (Katarakt) ist eine Trübung der Augenlinse, die in den meisten Fällen eine altersbedingte Erscheinung ist. Die Linse, eingeschlossen in ihrer natürlichen Halterung (Kapselsack), wächst ein Leben lang und verdichtet sich mit zunehmendem Alter, was zur Trübung und einer Abnahme der Sehkraft führt. Seltener ist der Graue Star angeboren oder entsteht durch Verletzungen oder Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes mellitus.

Kontakt

Dr. Andreas Mohr
Chefarzt Augenklinik
0421-347-1401

Krankenhaus St. Joseph-Stift Bremen
Schwachhauser Heerstraße  54
28209 Bremen
www.sjs-bremen.de

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